Maschinenraum

Kim Garrels


Ich bin, genau wie die erste Generation Commodore C64, 1982 geboren. Konsequenterweise war das dann auch der erste Computer, mit dem ich in Berührung kam. Ich kann nicht mehr genau sagen, wie alt ich gewesen bin, aber es war vor meiner Schulzeit. Mein älterer Cousin wohnte mit uns in einem Haus und bekam ein solches Wunderwerk, das ich hin und wieder bespielen durfte. Datasette, Turbo-Tape-Modul und schwarz/roter Joystick faszinierten und entführten mich in die Welten von Giana Sisters, Paper Boy, International Karate und California Games. Diese frühen Kontakte mit der Materie nahmen mir wohl auch die Berührungsangst, als es später darum ging, den ersten Computer meines Vaters, einen gebrauchten Schneider Amstrad 1512 mit MS-DOS und dazugehörigem Buch, zu benutzen. Mit “Lemmings” und “Prince of Persia” waren es wieder Spiele, die der eigentliche Antrieb waren, aber mangels grafischer Benutzeroberfläche brannten sich auch die ersten DOS-Befehle in meine Hirnwindungen. Es folgten 2- 3- und 486er Modelle, zu denen ich Zugang hatte. Schwierigkeiten hatte ich dabei keine, spielen war aber auch weiterhin alles was ich mit Computern wollte.

Dieser Umstand änderte sich dann 1996 durch den Mann meiner Mutter, Marcus, der in einer Softwareschmiede arbeitete: Durch ihn kam ich an meinen ersten eigenen Computer aus ausgemusterten Komponenten, nur für mich! Ich war vom zusammenstecken der Komponenten, über die Installation von DOS und Windows 3.11, bis zur Einrichtung von der ersten bis zur letzten Sekunde dabei. Danke Marcus, you blew my mind. <3

Er hatte Wind gesät, der Sturm kam von selbst: Irgendwann hatte ich so ziemlich alles an diesem Computer ausprobiert und natürlich auch kaputt konfiguriert, was man sich so vorstellen kann: “Was zur Hölle mag denn wohl formatieren sein? Ach, ich probier' das mal…” Allein die Neuinstallation von Windows 3.11 habe ich geschätzte 100 Mal, von vorne bis hinten, genau beobachtet, um auch ja immer bereit für den Diskettenwechsell zu sein. Und auch hier bewahrheitet sich mal wieder das Sprichwort: Wiederholen heißt Lernen. (Wiederholen heißt Lernen. Wiederholen heißt Lernen.) Mit den darauf folgenden Computern und Betriebssystemen aus dem Hause Microsoft zog sich das dann so durch: Ich machte immer mehr kaputt und wieder heile. Vielleicht hatte das zur Folge, dass ich häufig derjenige war, der um Rat gefragt wurde, wenn irgendwer aus meinem Umfeld einen Computer anschaffen wollte oder es Schwierigkeiten mit vorhandenen zu beheben galt. Oft wusste ich dabei nicht was ich tat, hatte aber auch keine Angst es einfach zu versuchen - meistens mit Erfolg.

Letztendlich sind alle meine Kenntnisse auf diesem Gebiet autodidaktisch erarbeitet und an vielen Stellen nicht so tief gehend, wie ich es mir wünschen würde - aber das treibt mich an. Ich kann das alles benutzen, weiß an welchem Schalter gedreht werden muss um einen bestimmten Effekt zu erreichen (oder zumindest wo ich die Information suchen muss, die mich ans Ziel bringt.) Das reichte schließlich für einen Job in einem Computer-Geschäft und für eine ehrenamtliche Stelle als Admin in einem Jugendfreizeitheim, wo ich auch das erste Mal mit Linux in Berührung kam. Mein Vorgänger hatte mit SuSE-Linux einen Server aufgesetzt, der Netzwerkverkehr, gemeinsame Nutzung des einzigen Druckers und Zugriff auf gemeinsamen Speicher für acht Windows-Rechner ermöglichte. Er gab mir eine kurze Einweisung, Passwörter und ein Linux-Buch. Ich schlug mir viele Nächte damit um die Ohren und hatte Spaß dabei. 2008 landete ich schließlich im technischen Support eines Mobilfunkanbieters und konnte mich, nach einer Durststrecke im kaufmännischen Sektor der Nahrungsmittelindustrie, endlich wieder mehr mit Computern und deren Support beschäftigen. Dort traf ich dann auch auf Moritz, der auf ganz vielen Ebenen ein wichtiger Mensch für mich wurde und mich schließlich auch bei Jonas ins “Spiel” brachte, als es um Verstärkung im Cockpit ging. Plötzlich ging es ganz schnell: Zwischen “Kann ich Jonas mal Deine Nummer geben?” und meinem Vorstellungsgespräch lagen etwas mahr als ein Tag, ein einstündiges Telefonat und unglaublich viel Adrenalin. Schließlich ging es um einen wirklich coolen Traumjob und ich hatte außer “Was ihr macht kann ich eigentlich nicht so richtig, habe da aber Bock drauf.”, meiner Liebe zum Support und einer guten Portion Wissbegierigkeit nicht viel anzubieten. Aber da alles offensichtlich gut zusammenpasste, darf ich nun ein Teil dieses großartigen Ganzen sein.

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