Maschinenraum

Daniel Heitmann

Learning by doing war schon immer meine Herangehensweise, wenn es um Computer ging. Meinen ersten Kontakt hatte ich mit Windows 3.1 auf einem 386er, den sich damals mein Vater eigentlich mit der Absicht zugelegt hatte, sich näher mit DTP-Anwendungen zu beschäftigen. Stattdessen hat der älteste Sohn – das war ich – den Rechner einfach permanent in Beschlag genommen, um ihn kaputt zu konfigurieren, neu aufzusetzen und mit QBasic zu spielen. Der erste vom eigenen Ersparten gekaufte Rechner diente hingegen eher Unreal und seinen Nachfolgern, bis ich das Interesse am Computer irgendwann beinahe gänzlich verlor.

So richtig entflammt ist mein Nerd-Dasein erst wieder, als ich eines späten nachts mein Zimmer in der elterlichen Wohnung betrat, mich über die Bluescreen-farbene Beleuchtung wunderte und ziemlich entnervt erst einmal meinen Windows-Rechner kurieren musste, obwohl ich vor dem Schlafengehen eigentlich meiner Seriensucht nachgehen wollte. Noch in der selben Nacht habe ich meine Daten gesichert, Windows entsorgt und mir die erste Linux-Distribution geschnappt, die mir in den Sinn kam: Ubuntu. Ob Warty Warthog oder Edgy Eft – ich weiß es nicht mehr. Nach einem, etwa zu Debian Sarge-Zeiten, fehlgeschlagenen Versuch, mich mit Linux anzufreunden, war Ubuntu wie für mich geschaffen. Nächtelang habe ich mich durch Wikis und Foren gewühlt, im IRC Fragen gestellt und irgendwann anderen Anfängern mein bereits vorhandenes Wissen zu vermitteln versucht, bis ich feststellte, dass Ubuntu lediglich meine Einstiegsdroge war. Plötzlich ergaben die Befehle auf der Konsole nämlich einen Sinn und mein Rechner tanzte nach meiner Pfeife – nicht umgekehrt.

Spätestens jetzt war mir klar, dass ich an Windows gar kein Interesse mehr hatte.

Um zu wissen, was mein System so macht, stellte ich mich aus Interesse der Linux from Scratch-Hürde und landete schlussendlich bei Arch Linux als favorisierter Distribution, die ich auch heute noch sehr schätze. Und das, obwohl ich inzwischen nur noch mit Mac OS X arbeite, wenn ich denn einen grafischen Desktop vor mir habe.

Das angesammelte Wissen sollte nun auch irgendwo eingesetzt werden. Und so kam es, dass ich – seinerzeit noch ziemlich perspektivlos in Hinsicht auf meine berufliche Zukunft – einige Bewerbungen an Hostingunternehmen entsandte. Nach einer Einladung zum Vorstellungsgespräch unterschrieb ich wenige Tage später einen Ausbildungsvertrag bei der WebControl GmbH und zog kurzerhand von Münster nach Erkrath. Trotz rekordverdächtiger Fehlstunden in der Berufsschule brachte ich die Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration ohne größere Zwischenfälle hinter mich und nahm aus dem Betrieb jede Menge Erfahrung sowie die Vorliebe für CentOS als Server-Distribution mit.

Privat treibe ich mich zu allen erdenklichen Uhrzeiten im Düsseldorfer Hackerspace und CCC-Erfa Chaosdorf herum, setze mich – so ich denn dazu komme – mit der Programmiersprache Go auseinander und verbringe nur selten Zeit ohne irgendwie über das Netz greifbar zu sein. Ansonsten lese ich in jeder freien Minute Ebooks aus den Genres Thriller/SciFi und gehe meinem Faible für TV-Serien nach – ohne einen Fernseher zu haben. Akustisch beschallen lasse ich mich vorzugsweise von Black, Death und Thrash Metal, nehme bei abwechslungsreicher elektronischer Musik aber auch nicht gleich Reißaus.

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